Die Kreuzlinge – Eine Oase für die Kleinsten in der Weststadt

Viele Anwohnerinnen und Anwohner der Colmantstraße haben sich lange gefragt, was aus dem alten Hotel Villa Esplanade wird, welches 2020 die Türen für immer geschlossen. Nachdem auch der beliebte Pub ausziehen musste, wurde es an der Ecke Colmantstraße/Baumschulallee ruhig.

Nachdem vielen Gerüchte die Runde machten war schließlich klar, dass es mindestens ein Schwesternwohnheim wird. Nun ist zu dem Schwesternwohnheim auch eine Kindertagespflege in der Colmantstraße eingezogen. Mit den Kreuzlingen bringen nun auch kleine Wirbelwinde Leben in das Erdgeschoss des einstigen Hotels.

Im Rahmen eines Vor Ort Termins auf Einladung des DRK Schwesternschaft konnte ich mir ein Bild vom renovierten Haus und der neuen Einrichtung machen. Damit baut die DRK Schwesternschaft ihre Präsenz in der Süd- und Weststadt aus. Neben den bekannten Häusern auf der Poppelsdorfer Allee oder im Venusbergweg sind nun in den letzten Jahren auf mit dem ZiP („Zusammen in Poppelsdorf“) in der Königstraße und dem neuen Schwesternwohnheim und Kindertagespflege weitere wichtige Institutionen errichtet worden.

Gerade auf dem Feld der Kindertagespflege sind diese Initiativen besonders wertvoll, da das Versorgungsangebot noch immer zu gering ist. Zudem wird damit das umfassende Engagement der DRK Schwesternschaft in der Süd- und Weststadt sowie Poppelsdorf deutlich und sichtbar.

Mein persönlicher Dank gilt daher der Oberin Dr. Frauke Hartung und Tamara Häußler sowie den Mitarbeitenden für die freundliche Atmosphäre und das Engagement.

Das Nadelöhr Viktoriabrücke

Die Pläne zur neuen Markierung der Viktoriabrücke erhitzen die Gemüter. Zu Recht! Wenn man abends aus dem Fenster sieht, dann sieht man als Anwohnerin des Wittelsbacherrings oft Stau. Seit Beginn der Sanierung der Viktoriabrücke ist das ein bekannte Anblick, denn zahlreiche Fahrzeuge quälen sich tagtäglich über die Brücke, um zur Autobahn oder in Richtung Nordstadt oder Beuel zu gelangen.

Weiter zugespitzt hat sich die Situation mit der Sperrung des Rechtsabbiegers auf die Bornheimerstraße. Seit dem ist teilweise kein Durchkommen mehr. Man steht gerne mal 30 Minuten im Stau, um über die Brücke zu kommen. Das gilt natürlich auch für Rettungs- oder Polizeifahrzeuge, die über die Viktoriabrücke müssen um ins südliche Bonn zu gelangen bzw. das zentrale Unfallkrankenhaus Bonns anzufahren – das Petruskrankenhaus auf dem Bonner Talweg. Besonders spannend wird es, wenn sich der Feuerwehrkran durch dieses Nadelöhr quetscht, wie kürzlich zu beobachten war.

Die Koalition aus Grünen, SPD, Linke und Volt will diesen Zustand nun beibehalten, indem die ursprüngliche Fahrbahnmarkierung von je zwei Spuren nicht wiederhergestellt wird. Der Fahrradverkehr soll jeweils eine eigene Spur bekommen. Hinzu kommt, dass auch der Zubringer von der Rabinstraße nun in dieses System integriert werden muss. Dies bei einem Fußweg auf der (aus der Südstadt kommend) linken Brückenseite, der teilweise stolze 5m Breite misst.

Aus Sicht einer Anwohnerin aber auch aus politischer Sicht halte ich dieses unterfangen für problematisch. Politisch ist es schwierig, weil man erneut eine Gruppe von Verkehrsteilnehmenden bevorteilt und damit eine ganze Stadt ins Chaos reißt, ohne auch nur ansatzweise eine Vorstellung davon zu haben, wohin das führt. Erste Ergebnisse können wir in der Schließung des Getränkehandels Vendel zum Jahresende bereits sehen und weitere werden gewiss folgen. Die Süd- und Weststadt werden verkehrstechnisch damit über gebühr belastet und in einen Dauerstau versetzt, denn über diese Trasse wird auch künftig z. B. die Anfahrt an den Hauptbahnhof erfolgen müssen. Ein Rückstau, der gern auch mal bis weit in den Bonner Talweg reinreicht, ist vorprogrammiert. Umgehungsverkehr wird sich in die Wohngebiete verlagern. Die nächste Eskalationsstufe zündet man dann mit der Umweltspur auf der Endenicher Straße, die jedenfalls in Planung ist.

Es ist übrigens jener Stau, in dem dann der Flughafenbus (der über die Viktoriabrücke fährt) und weitere Buslinien, auch auf der anderen Seite der Brücke künftig stehen werden. Vielleicht mögen wir das solange noch nicht sehen, wie die Coronapandemie noch die Menschen im Homeoffice lässt, aber sobald dies wieder nachlässt, ist auch der Stau wieder da.

Hinzu kommt, dass uns dieses politische Hirngespinst möglicherweise auch bares Geld kosten kann. Es ist nämlich nicht ausgeschlossen, dass es sich auf die Förderfähigkeit auswirkt, welche dann dazu führen könnte, dass Bonn gut 4 Mio. EUR Fördergeld verloren gehen.

Die CDU-Fraktion wird dieses Vorhaben der Koalition nicht unterstützen. Vielmehr wollen wir versuchen, das Unterfangen wieder in die ursprünglichen Bahnen zu leiten. Auch dabei soll der Radverkehr durchaus seinen Platz erhalten, aber in einem für alle verträglichen Maße und unter Beibehaltung der ursprünglichen Markierung von zwei Fahrspuren.

Den ursprünglichen Antrag der Verwaltung finden Sie übrigens hier.